Drei Fallberichte von Lawinenverschüttungen
Projektbeschreibung
1. Rasche Abkühlung von 6°C/Stunde während einer Lawinenverschüttung. Das Überleben eines Lawinenverschütteten ist ab 35 Minuten Verschüttungsdauer nur mit freien Atemwegen möglich. Die Abkühlungsrate ist variabel und wird unter Experten heftig diskutiert. Dieser Fall weist die zweithöchste je gemessene Abkühlungsrate auf und bestätigt somit das von der ICAR MEDCOM vorgeschlagene Zeitlimit von 35 min für die Triage von Lawinenopfer. Diskutiert werden die möglichen Faktoren, welche die Abkühlung beeinflussen. Publikation: Putzer G, Schmid S, Braun P, Brugger H, Paal P. Cooling of six centigrades in an hour during avalanche burial. Resuscitation 2010;81:1043-1044.
2. Akutes Lungenödem und spontane Hypoglykämie während einer nicht-invasiven Erwärmung bei 24°C Körperkerntemperatur nach prolongierter Lawinenverschüttung. Während bei hypothermen Patienten mit Herzstillstand die Wiedererwärmung durch extrakorporalen Kreislauf (Herzlungenmaschine) als Goldstandard gesichert ist, gibt es für die Wiedererwärmung von hypothermen Patienten mit erhaltenem Kreislauf derzeit noch keine wissenschaftlich gesicherten Empfehlungen. Dieser Fall beschreibt die Komplikationen während und nach einer nicht-invasiven Erwärmung eines schwer unterkühlten Patienten mit den Konsequenzen für Diagnostik und Behandlung.
3. Kardiales Monitoring bei Lawinenverschüttung. In diesem Fall wurde während einer mehrstündigen Lawinenverschüttung die Herzaktion des Lawinenopfers mit Hilfe einer Sportuhr aufgezeichnet und diese konnte im Nachhinein rekonstruiert werden. Der Fall ist einzigartig, da noch sehr wenig über die Herzaktivität bei Lawinenverschüttung mit Hypothermie bekannt ist. Hier wird der von der ICAR MEDCOM vorgeschlagene Behandlungsalgorythmus bei Lawinenverschütteten mit Herzkreislaufstillstand beschrieben und in Zusammenhang mit diesem Fallbericht diskutiert.