Förderung 2008-2011: Autonome Provinz Bozen-Südtirol
Laufzeit: 2008-2018
Kontakt: Ulrike Tappeiner, Georg Niedrist
Hintergründe
Im Großraum Alpen ist in den letzten hundert Jahren eine Erwärmung um 1,5 °C ermittelt worden (zum Vergleich: globale Erwärmung im selben Zeitraum 0,7 °C). Höhere Temperaturen, höhere CO2-Konzentrationen in der Luft, eine verstärkte Klimavariabilität und eine unsichere Niederschlagsentwicklung werden auch Südtirol zunehmend beeinflussen. Bis 2050 dürfte in Südtirol die Temperatur um 2 Grad Celsius zunehmen, die Winterniederschläge um ca. 10 % zu- und die Sommerniederschläge um ca. 15 % abnehmen. Es ist daher vor allem während der Vegetationsperiode mit zunehmend trockenen Verhältnissen zu rechnen. Eine weitere Steigerung wird bis zu den 2080er Jahren zwischen 2.9°C und 4.9°C angegeben. Alle Klimamodelle zeigen eine höhere Temperaturzunahme während des Winters und Sommers als in den Übergangszeiten. Auch zeichnet sich mit zunehmender Höhenlage eine stärkere Erwärmung ab. Die Temperaturzunahme wird im Winter zu einem Anstieg der Schneefallgrenze, im Sommer zu einer Erhöhung der potentiellen Verdunstung und einer durchschnittlich leichten Verknappung der Wasserressourcen führen. Diese überdurchschnittlich starke Erwärmung, verbunden mit einer hohen Empfindlichkeit alpiner Ökosysteme sowie den an sie gebundenen gesellschaftlichen Sektoren sowohl gegenüber Änderungen in der Landnutzung als auch gegenüber Wetter- und Klimaschwankungen macht den Alpenraum zu einer der anfälligsten Regionen in Europa
Ziel des Projektes "Klimawandel in Südtirol" ist es, die Anfälligkeit Südtirols gegenüber dem Klimawandel und extremen Wetterereignissen zu untersuchen sowie die interdisziplinäre Forschung in Südtirol im Bereich Klimawandel und Klimafolgenforschung auszubauen.
Methodik
In drei Forschungsschwerpunkten (Fernerkundung, Ökohydrologie und Tourismus) sollen hierzu die Methoden zur Erfassung und Bewertung der Auswirkungen des Klimawandels entwickelt, verbessert und verknüpft werden und in Fallstudien im Land Südtirol angewandt werden.
Über diese Forschungsschwerpunkte hinaus soll in einem umfassenden Bericht die Anfälligkeit (Vulnerabilität) des Landes Südtirol gegenüber dem Klimawandel bewertet werden. Hierzu sollen neben den Ergebnissen der Fallstudien Ergebnisse von Expertenbefragungen und Workshops, die in enger Kooperation mit der Landesverwaltung durchgeführt werden, einfließen. Dieser Bericht könnte der Auftakt für die Entwicklung einer übergreifenden Anpassungsstrategie des Landes werden.
Mitarbeiter
- Giacomo Bertoldi
- Stefano Della Chiesa
- Verena Hell
- Georg Leitinger
- Georg Niedrist
- Nikolaus Obojes
- Ulrike Tappeiner
- Erich Tasser
Projektpartner
Das Projekt wird vom Bereich Nachhaltige Entwicklung (Institute für Angewandte Fernerkundung, Alpine Umwelt sowie Regionalentwicklung und Standortmanagement) in enger Kooperation mit der Autonomen Provinz Bozen-Südtirol, der Universität Innsbruck, der Universität Trient, sowie der Duke University (USA) durchgeführt.