Auch in Südtirol sind die Folgen des Klimawandels bereits spürbar. In Bozen hat sich allein in den letzten 30 Jahren die Durchschnittstemperatur um rund 1,5° C erhöht. Hitzewellen und Trockenperioden wie im Sommer 2003 werden häufiger. Die Ernte von Wein und Äpfeln hat sich zeitlich nach vorne verlagert, und ihr Anbau ist in immer größeren Höhen möglich. Auf der anderen Seite müssen wir uns zunehmend gegen Extremereignisse etwa Hochwasser und Muren nach einem Starkregen, wie wir ihn am 4. September 2009 hatten, wappnen.
Wie sehr wird der Klimawandel Südtirol beeinflussen? Können Wissenschaftler wirklich in die Zukunft schauen? Ist es möglich, sich heute schon an die Folgen des Klimawandels anzupassen? Wird Südtirol am Ende vielleicht sogar vom Klimawandel profitieren?
Auf diese und weitere Fragen versucht der
Klimareport Antworten zu geben. Er ist ein Ergebnis des Projekts „Klimawandel in Südtirol – wie empfindlich sind wir?“, das von 2009 bis 2011 im Rahmen des Forschungsgesetzes 2006 der Autonomen Provinz Bozen – Südtirol gefördert wurde.
Neben dem Klimabericht wurde im Projekt „Klimawandel Südtirol“ die interdisziplinäre Forschung in den Bereichen
Fernerkundung,
Ökohydrologie und
Tourismus vorangetrieben. Im Rahmen des Projekts wurden u.a.:
- Klimastationen in verschiedenen Höhenlagen des Vinschgaus aufgestellt, und Grasziegel von höheren Lagen in niedere Lagen verpflanzt, um zu verstehen wie Pflanzen auf höhere Temperaturen reagieren;
- aus Satellitenbildern die Entwicklung der Schneebedeckung der letzen 10 Jahre in Südtirol und den ganzen Alpen rekonstruiert und die Abhängigkeit von Klima- und Wetterbedingungen getestet;
- Befragungen von über 500 Touristen durchgeführt.